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DVB-T Empfang im sog. "Kerngebiet" der Versorgung

Vor einiger Zeit entschlossen wir uns, das Kabelfernsehen abzumelden und auf DVB-T-Empfang umzusteigen. Der Umstieg erwies sich als schwierig. Warum?

Den Aussagen des örtlichen Rundfunkhändlers vertrauend erwarben wir einen DVB-T-Empfänger und eine Magnetfußantenne ohne Verstärkung für den Gebrauch innerhalb des Hauses. Das sollte angeblich im "Kernbereich" der DVB-T-Versorgung vollkommen ausreichen.Die Entfernung zum Sender beträgt ca. 3 km Luftlinie. Nun konnte man auch einige Sender empfangen, allerdings war der Empfang häufig gestört durch "Klötzchenbildung". Manche Sender waren gar nicht empfangbar. Der nächste Besuch beim Rundfunkhändler brachte eine Antenne für Drinnen mit 40 (!) dB Verstärkung. Nun empfingen wir einige Sender mehr, "Klötzchen" im Bild blieben aber weiter Bestandteil fast jeder Sendung.

Nachdem dieses Thema auch in der Firma diskutiert wurde, brachte mir ein netter Kollege eine alte UHF-Antenne mit, die er nicht mehr benötigte, weil er seinen TV-Empfang auf ca. 300 Programme via Satellit umgestellt hatte. Da unserer Meinung nach die Quantität die Qualität des Fernsehprogramms nicht verbessert, blieben wir bei den ca. 25 Programmen, die über DVB-T ausgesendet werden.

Also montierte ich die UHF-Antenne provisorisch auf das Hausdach. Sie wurde vertikal polarisiert und ungefähr Richtung Sendemast ausgerichtet, weil man ihn nicht sehen kann. Es fand sich auch ein leerer Schacht, in welchen man das Antennenkabel vom Dach aus werfen konnte, so dass es im Keller unten ankam. Im Keller durchschnitt ich das Antennenkabel vom Kabelanschluß und speiste das Signal vom Dach ein. Die TV-Anschlußdose im Wohnzimmer wurde durch eine Dose mit niedriger Ausgangsdämpfung ersetzt (4 dB). Nun hatten wir im Wohnzimmer sehr guten Empfang. Leider kam an der dahinter geschalteten Anschlußdose im Schlafzimmer nichts (!) an. Nach einigen Wochen war es dann soweit: Aus der Firma wurde ein Spektrumanalysator (FSH6 von R&S) ausgeliehen und am Wochenende die gesamte Empfangsanlage durchgemessen und optimiert. Der FSH6 läßt sich auch auf 75 Ohm Impedanz einstellen. Die erforderlichen Adapter wie Antennenstecker auf "N" wurden schnell selbst gelötet.

Maßnahmen: Optimierung der Antennenausrichtung mit Hilfe des Analysators, Austausch des Antennenkabels vom Dach zum Keller gegen das dämpfungsärmste, das zu bekommen war (KOX90), Austausch der anscheinend defekten Anschlußdose im Wohnzimmer (vorher 4 dB Ausgangsdämpfung, hinterher 10 dB Ausgangsdämpfung (hatte keine andere vorrätig).

Hier ein Überblick über die Empfangsanlage:

Die UHF-Antenne:

 

Skizze der Anlage im Haus:

 

Messergebnisse vor der Optimierung:

Hinweis bzgl. aller Messergebnisse: Bei allen nachfolgenden Spektren ist zu berücksichtigen, dass die absoluten Messwerte noch um +8,8dB korrigiert werden müssen, weil die Auflösebandbreite des Analysators mit 1 MHz deutlich unter den 7,6 MHz Signalbandbreite des DVB-T-Signals liegt.

Messpunkt 3, Wohnzimmer, 4 dB-Ausgangsdämpfungs-Dose:  

 

Messpunkt 2, Keller:

 

Messergebnisse nach der Optimierung:

Messpunkt 1, Hausdach, nach Optimierung der Antennenausrichtung:

 

Messpunkt 2 (Keller), nach Optimierung der Antennenausrichtung und Austausch des Kabels vom Dach in den Keller:  

 

 

Messpunkt 3 (Wohnzimmer) nach der Optimierung, nun mit 10 dB Ausgangsdämpfung an der Anschlußdose:

Das von der UHF-Antenne ins Wohnzimmer gelieferte UKW-Signal ist auch ok:

Messpunkt 4, nach der Optimierung:

Das UKW-Signal an Messpunkt 4 (Schlafzimmer):

Fazit:

Auch im Kernbereich der DVB-T-Versorgung ist, für den Fall, dass keine Sichtverbindung zum Sender besteht, eine Aussenantenne erforderlich. Schön ist, dass nun die gesamte Anlage ohne irgendeine Verstärkung auskommt und nebenbei auch noch ein UKW-Signal herauskommt, welches rauschfreien UKW-Empfang aller WDR- und einiger SWR-Sender ermöglicht. Ein weiterer Versuch, im Arbeitszimmer mittels USB-Stick am Computer fernzusehen, gelang auch nur, indem die mitgelieferte Magnetfussantenne mit Verlängerungskabel nach draußen verlegt wurde.