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Baufinanzierung
Neu: Kurzversion (2010)
Die alte ausführliche Version gibt es unten auf der Seite zum Herunterladen
1. Warum ich über Baufinanzierung schreibe
Etwa drei Jahre vor dem Kauf unserer Immobilie war ich bei unserer Hausbank.
Die Beratung zur Baufinanzierung war unbefriedigend und ließ viele Fragen
offen. Also fing ich an, mit Hilfe des Computers eine Finanzierung durchzurechnen.
Dabei entstanden im Laufe der Zeit zwei Tabellen in Excel, die es ermöglichen,
die Finanzierung selbst auszurechnen.
Das Durcharbeiten der hier beschriebenen Tipps dauert vielleicht einige Zeit, aber ich wette, Sie haben noch nie soviel Geld pro Stunde verdient, wie Sie bei einer geschickten Baufinanzierung einsparen können!
Die hier vorgeschlagene Art der Immobilienfinanzierung habe ich bisher nur
einmal in einer Fachzeitschrift (EURO am Sonntag) als Vorschlag gefunden.
2. Haftung
Ich übernehme keine Haftung für irgendwelche Angaben oder Konsequenzen,
auch finanzieller Art, die sich aus meinen Erläuterungen ergeben oder für
etwaige Rechenfehler der Tabellen. Alle Argumente beziehen sich auf die für
uns geltende private Situation. In anderen Fällen können durchaus
andere Kriterien gelten. Ich gebe ausschließlich meine eigene Meinung
wieder. Diese ist in langwieriger Auseinandersetzung mit zahlreichen Fachzeitschriften,
einigen interessierten Freunden und einigen Büchern zum Thema entstanden.
Ich habe keine finanztechnische oder finanzmathematische Ausbildung und auch
keine wirtschaftlichen Interessen. Ich werde keine Banken usw. empfehlen und
keine in Mißkredit ziehen.
Die Finanzierung soll sicher sein
Es gelten folgende Randbedingungen:
Weiterhin ist sehr hilfreich:
Es gilt:
Je geringer die Darlehenssumme bzw. je
früher ich den Tilgunsanteil erhöhe (z.B. durch Sondertilgungen),
desto sicherer und billiger die Finanzierung!
4. Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?
Es geht bei den folgenden Betrachtungen nur um sog. Annuitätendarlehen. Dabei wird vorausgesetzt, daß eine Darlehenssumme von z.B. 150000,-EUR auch gesplittet werden kann:
75000,- EUR für 5 Jahre festgelegt und 75000,-EUR für 2 Jahre festgelegt oder
100000,- EUR für 5 Jahre festgelegt, 30000,- EUR für 2 Jahre festgelegt und 20000,- EUR variabel (d.h. in der Regel 3-monatlich) festgelegt. Bei der Festlegung des kurzfristigen Anteils des Darlehens muß man das Risiko bzgl. der allgemeinen Zinsentwicklung und der zu erwartenden monatlichen Belastung berücksichtigen. Beispiele gibt es weiter unten.
4.1 Die übliche Finanzierung (das eine Extrem) oder: Wie verdient meine Bank am meisten?
Die übliche, häufig erlebte Finanzierungsberatung sieht so aus:
Darlehen:
150000,-EUR
Zins:
der aktuelle Zinssatz
Anfangstilgung: 1%
Laufzeit:
10 Jahre, danach erneute Festlegung des Zinssatzes entsprechend den Marktbedingungen
Gesamtlaufzeit: Je nach Zinssatz ca. 30 Jahre. Bei höherem
Zinssatz wird die Gesamtlaufzeit kürzer (wegen der gleichbleibenden mtl.
Belastung),
bei niedrigem Zinssatz wird die Laufzeit länger (wegen der niedrigeren
mtl. Belastung)
Problem:
Die Restschuld nach 10 Jahren liegt gut 10% unter der Darlehenssumme (jedes
Jahr wird 1% getilgt, zzgl. einem noch sehr geringen Zinseszinseffekt).
Steigen nun die Zinsen um mehr als ca. 1%, steigt meine monatliche Belastung.
Dadurch steigt das Risiko der Finanzierung, da nach 8 Jahren die staatliche
Förderung wegfällt und auch die Realeinkommen in den letzen Jahren
nicht mehr permanent steigen. Diese Art der Finanzierung sichert den Geldinstituten
sichere Einnahmen für ca. 30 Jahre.
Besser ist eine Anfangstilgung von 2% oder 3% oder mehr. Dann ist die Restschuld
nach 10 Jahren etwa 20% oder 30% unter der Darlehenssumme (zzgl. Zinseszinseffekt)
und das Risiko der weiteren Finanzierung entsprechend geringer. Außerdem
sinken die Finanzierungskosten deutlich, die Gesamtlaufzeit des Darlehens wird
deutlich kürzer..
Fazit:
Eine langfristige Finanzierung ist u.U. sicher, birgt aber ein gewisses Risiko
und ist sehr teuer. Man kann davon ausgehen, daß eine Darlehenssumme von
150000,-EUR bei dieser Art der Finanzierung, je nach Zinssatz zwischen 300000,-EUR
und 400000,-EUR kostet.
4.2. Die preiswerte Variante (das andere Extrem) oder: Wie bekomme ich mein Darlehen am günstigsten?
Der Hauptgedanke:
Ich finanziere nicht langfristig, sondern kurzfristig,
z.B. über 2 Jahre. Warum?
Anmerkungen:
5. Wie findet man die Bank, die diese Finanzierungsmöglichkeiten bietet?
Man ruft alle Institute an, die aufgrund bestimmter Eigenschaften in Frage
kommen (Hausbank, Tips von Freunden, Konditionen-Vergleiche in Fachzeitschriften
und Internet) und stellt folgende Fragen (die Fragen sind hierarchisch geordnet):
Für welche Laufzeit bieten Sie die günstigsten Zinsen? |
Je billiger die Zinsen, desto billiger das Darlehen und desto
sicherer die Finanzierung. |
Wie hoch sind die Zinsen für andere Laufzeiten? |
Man wird fast immer eine Risiko-Verteilung anstreben, d.h. Darlehen werden auf mehrere Laufzeiten gesplittet |
Bieten Sie Sondertilgungen? |
Bei vielen Banken: "NEIN!" |
Wie hoch sind die Nebenkosten? |
Hier gibt es die unterschiedlichsten Varianten, man muß fragen nach:
|
Gibt es andere zwingende Konditionen? |
z.B.: Ein Gehaltskonto muß bei der Bank geführt werden, welche das Darlehen gibt. |
Tilgungsverrechnung? |
Muß beim Eingang der Tilgungszahlung erfolgen (und nicht etwa später, das würde die Darlehenskosten erhöhen). Die Art der Tilgungsverrechnung schlägt sich auch im Effektivzins nieder. |
Wie ist das mit der |
Will oder muß ich vor Ablauf der Laufzeit des Darlehens umziehen, sollte man die Möglichkeit haben, das vorhandene Darlehen abzulösen. Wie hoch sind die Gebühren? |
6. Download
6.1 Die erste EXCEL-Tabelle (erste Übungen für
das Verständnis des Darlehensverlaufs)
In die erste EXCEL-Tabelle kann man in die grün unterlegten Felder folgendes eingeben:
Man erhält folgende Angaben:
Download EXCEL-Tabelle "darleh01.xls" (102 kb): darlehen01.xls
6.2. Die zweite EXCEL-Tabelle (für fortgeschrittenere Rechnungen)
In die zweite Tabelle kann man folgendes eingeben:
Man erhält folgende Angaben:
Download EXCEL-Tabelle "darleh02.xls" (54 kb): darlehen02.xls
Die Rechenmethoden bzw. Formeln für mtl. Belastung, den mtl. Zins- und
Tilgungssatz und die Restschuld kann man den Formeln für die einzelnen
Felder der EXCEL-Tabelle entnehmen.
Die Tabelle 1 zeigt folgendes:
7.1 Die erste EXCEL-Tabelle (erste Übungen für das Verständnis des Darlehensverlaufs)
Vergleich der Laufzeiten und Kosten des Darlehens in Abhängigkeit
von der Anfangstilgung (Darlehen und Zins sind konstant):
Darlehen |
Zins |
Anfangstilgung |
Laufzeit |
Kosten (Zins+Tilgung) |
150000,- EUR |
6% |
1% |
ca. 32 Jahre |
ca. 336000,- EUR |
150000,- EUR |
6% |
3% |
ca. 18 Jahre |
ca. 245000,- EUR |
150000,- EUR |
6% |
10% |
ca. 8 Jahre |
ca. 187000,- EUR |
Ergebnis:
Vergleich der Laufzeiten und Kosten des Darlehens in Abhängigkeit
von dem Zinssatz (Darlehen und Tilgung sind konstant):
Darlehen |
Zins |
Anfangstilgung |
Laufzeit |
Kosten |
150000,- EUR |
6% |
1% |
ca. 32 Jahre |
ca. 336000,- EUR |
150000,- EUR |
8% |
1% |
ca. 27 Jahre |
ca. 363000,- EUR |
150000,- EUR |
10% |
1% |
ca. 24 Jahre |
ca. 384000,- EUR |
Ergebnis:
Ziel der Finanzierung ist:
Möglichst wenig Zinsen
und möglichst viel Tilgung zu bezahlen!
Jede Sondertilgung erhöht den Anteil der
Tilgungszahlung und reduziert den Zinsanteil!
Dazu kann man in die Tabelle eine Sondertilgungzahlung eingeben. Die Sondertilgung bewirkt folgende, äußerst positive Effekte:
7.2 Die zweite EXCEL-Tabelle (fortgeschrittene Übungen für das
Verständnis des Darlehensverlaufs)
In dieser Tabelle wird die Restschuld nach 1,2,3 ...20 Jahren mit einer in EXCEL
vorhandenen Funktion berechnet. Über die Hilfe-Funktion in EXCEL kann man
sich die Parameter ansehen, falls man sich mit der Funktion näher auseinandersetzen
möchte.
Jede Gruppe von vier Zeilen rechnet das gleiche. So kann man verschiedene Zins-Perioden oder Zahlungszeiträume hintereinander berechnen. Dazu geht man so vor:
Die zweite Tabelle bietet folgende Möglichkeiten der Eingabe:
Man bekommt folgende Angaben ausgerechnet:
8. Ergebnis
Wie die Berechnungen in Kapitel 7 zeigen, hätte die beste Finanzierung
folgende Bedingungen:
Leider gibt es wichtige Gründe, die dagegen sprechen:
Die beste Methode ist, einen Mittelweg zu finden.
Bei einer Finanzierung von 150000,-EUR kann man ja z.B. folgende Möglichkeiten
wählen:
Darlehen, Teil 1, 2, 3 |
Laufzeit |
Anfangstilgung |
Bemerkung |
50000,- EUR |
5 Jahre |
2% |
|
50000,- EUR |
2 Jahre |
2% |
|
50000,- EUR |
variabel |
1 ... 10% |
Da man ja jederzeit sondertilgen kann, spielt die Anfangstilgung keine Rolle. Allerdings muß man sich über den Grenzzinssatz und das Risiko im Klaren sein: Der Zinssatz kann, entsprechend der wirtschaftlichen Situation, jederzeit steigen oder sinken. |
Eine andere Möglichkeit:
Darlehen, Teil 1, 2 |
Laufzeit |
Anfangstilgung |
Bemerkung |
100000,- EUR |
2 oder 5 Jahre |
2% |
Die Laufzeit richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten. |
50000,- EUR |
2 Jahre oder variabel |
1 ... 10% |
Auch hier gilt es, einen Mittelweg zwischen Risiko und Kostenersparnis zu finden. |
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Alter, ausführlicher Text und 2 Excel-Tabellen zum Rechnen: Baufinanzierung.zip