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Warum Jazz?  

Als Jugendlicher habe ich über Monate hinweg alle Musikarten gehört, die es damals gab (in der Stadtbücherei / Musikbücherei in Mülheim a.d. Ruhr gab es diese Möglichkeit): Klassik, internationale Folklore, Kagel und Stockhausen, Pop, Rock, Musical, Jazz. Beim Jazz hatte ich den Eindruck, dass diese Musik Spaß macht, das hat mich fasziniert.  Also wollte ich sie ebenfalls spielen.

Musikalische Ausbildung und Praxis
Klavierunterricht bei Erwin Baecker (Mülheim a.d. Ruhr), Louis Wüst (Klassik, Bonn) und Martin Sasse (Jazz, Köln). Als Bassist (Autodidakt) ca. 10 Jahre lang von Trio bis Big Band und von Dixieland bis Hard Bop gespielt, u.a. bei Brass´n Beat Machine (Düsseldorf), Western Wood Stompers, Sessions in der Jazz-Galerie Bonn, Em Streckstrump usw. Als Pianist Teilnahme an Jazz Workshops mit hochrangigen Dozenten. Jahrelange Spielpraxis in Bands verschiedener Stilrichtungen und Größe: Duo bis Big Band, Dixieland bis Be Bop / Hard Bop, Begleitung von Gospelchören. Vorbilder: Pianisten aus der Ära des Swing und Be Bop und Hard Bop. Seit einigen Jahren Mitarbeit als Pianist bei Big Bands.

Wie lernt man Jazz spielen?

Hier möchte ich einige Hinweise geben, die dem einen oder anderen vielleicht weiterhelfen. In Klammern stehen Stichworte, mit denen man sich weiter einarbeiten kann.

  1. Aufnahmen hören. (Transskription, harmonische Analyse, Reharmonisierungen, Lead Sheet besorgen und mitlesen).
  2. Stücke, die man mag oder gerne spielen möchte, sollte man in vielen verschiedenen Versionen von möglichst vielen Interpreten anhören. 
  3. Stücke spielen: Thema spielen, Harmonien spielen (bei Soloinstrumenten z. B. als Arpeggien), die zu den Harmonien gehörenden Skalen und Tonleitern üben (Gehörtraining).
  4. Nicht Jazz-Spezifisch: Tonleitern und Arpeggion üben, erst mal die üblichen oder am besten alle Dur-Tonleitern, Arpeggien üben. 
  5. Rhythmische Übungen: Üben von Grundrhythmen und Taktarten (3/4, 4/4, 5/4, ternär, binär, Latin usw.)
  6. Transskribieren von Soli und Mitspielen mit den Original-Aufnahmen. Sind diese zu schnell, gibt es Hilfsmittel, um sie langsamer in gleicher Tonhöhe oder auch angepasster Tonart abzuspielen. Z. B.: Für Handys: Amazing Slow Downer (Apple und Android), für Rechner: Audacity (OS X, Linux, Windows; frei und legal), Spiel es langsam bzw. Play It Slowly (wie Amazing Slow Downer, aber unter Linux, frei verfügbar), Rezound (in den Programmquellen von älteren Linuxdistributionen enthalten). Bei diesen Programmen kann man auch einzelne Takte wiederholen lassen, was beim Transskribieren von Soli sehr hilfreich ist.

Seit ich diverse Jazzworkshops besucht habe, hatte ich auch die Gelegenheit, zahlreiche Hilfsmittel kennenzulernen, die jedem Instrumentalisten und sicher auch Sängern / Sängerinnen weiterhelfen. Dazu gehören Harmonielehren und Improvisationslehren und die Jazzworkshops selbst. Bei den Workshops hat mich besonders begeistert, wie gut die Dozenten auf jeden einzelnen Teilnehmer eingehen, unabhängig vom Entwicklungsstand des jeweiligen Teilnehmers. Die Improvisationslehren sind aus meiner Sicht kurz gefasste Harmonielehren mit praktischen Übungsvorschlägen. Deshalb stelle ich die Improvisationslehren voran.


Improvisationslehren

  1. Marcus Baader: Improvisationslehre online / als pdf bestellbar
  2. Jamey Aebersold: Ein neuer Weg zur Jazz Improvisation (Vol. 1 der bekannten Reihe)
  3. Jamey Aebersold: II-V-I (Vol. 3 der bekannten Reihe). Hier lernt man die II-V-I - Verbindung, die im Jazz am meisten verwendete Kadenz, in allen Tonarten und in Dur und Moll kennen. Für Pianisten sind auch Left-Hand-Voicings im Anhang enthalten. M. E. ein sehr gutes Buch zum Erlernen des ersten Handwerkszeugs zum Spielen und Improvisieren.
  4. David Baker: How to Play Bebop, Vol 1 bis 3. Mit vielen Übungsanleitungen, Titelvorschlägen, Zusammenstellungen von Titeln mit gleicher Akkordstruktur usw.
  5. David Baker: Jazz Improvisation. Eine umfassende Methode für alle Instrumente.
  6. Dan Haerle: Jazz Piano Voicing Skills. Sehr empfehlenswert für das Erlernen aller Piano-Voicings in weiter Lage.


Harmonielehren

  1. Frank Sikora: Neue Jazz-Harmonielehre. Kommentar: Sehr umfangreich, in dem dicken Buch liegen noch 2 CD´s, eine mit pdf-Files mit der harmonischen Analyse von vielen bekannten Stücken, eine mit Musikbeispielen zu den Kirchentonarten, Turnarounds usw.
  2. Frank Haunschild: Die neue Harmonielehre. Ein musikalisches Arbeitsbuch für Klassik, Pop und Jazz. 2 Bände.
  3. Mark Levine: Das Jazz Theorie Buch. Nachdem ich mich intensiv mit Frank Sikora und Frank Hauschild beschäftigt hatte, fiel mir dieses Buch in die Hände. Es gefällt mir sehr gut: Alle Beispiele der Harmonielehre sind mit Plattenbeispielen belegt! D.h., wenn man eine halbwegs gängige Jazz-Sammlung hat, wird man viel wiederfinden. Auch dienen die Angaben gelegentlich als Anregung, die eine oder andere CD anzuschaffen. Viele Beispiele stammen aus der Klavier-Literatur und sind auch in Klaviernoten (2-zeilig) notiert. Es gefällt mir deutlich besser als das dünnere "Jazz Piano Buch" von Mark Levine. Allerdings fehlt im "Jazz Theorie Buch" das Kapitel über die upper structures


Bücher, die besonders für Pianisten geeignet sind:

  1. Philipp Moehrke: Das Groove Piano Buch. Hier kann man sich am Klavier viele Jazz- und Pop-Grooves erarbeiten, von Funk- über Swing-Grooves bis hin zu Salsa-Montunos ist alles enthalten,  CD ist dabei. Eine ideale Ergänzung für das Setzen von rhythmischen Schwerpunkten und Akzenten.
  2. Philipp Moehrke: Jazz Piano - Voicing Concepts. Ebenfalls sehr hilfreich.
  3. Mike Tracy: Jazz Piano Voicings for the Non-Pianists. Aus der Aebersold-Reihe, neben der Erarbeitung der Voicings wurden ca. 40 bekannt Titel aus der Aebersold-Reihe konkret mit Voicings in enger und weiter Lage dargestellt - sehr gut zum Üben an konkreten Stücken.
  4. John Valerio: Bebop Jazz Piano (Hal Leonard Keyboard Style Series) und John Valerio: Postbop Jazz Piano (gleiche Serie). Die Bücher beschäftigen sich mit Grundlagen, Powell und Monk bzw. weiteren Grundlagen und Evans, Hancock, Tyner, Corea, Jarrett.


 
Wie finde ich das richtige Buch für mich?

Am besten sieht man sich das Buch im Buch- oder Musikladen oder bei Freunden gründlich an und entscheidet sich dann für das, mit dem man meint, am besten arbeiten zu können. Mit den oben genannten Büchern habe ich mich mindestens in Teilen beschäftigt und sie haben mir alle weitergeholfen.


Weitere Hilfsmittel

  1. Jazz-CD´s.
  2. Alle Bände der Jamey Aebersold Play Along Serie, jeweils mit Übungs-CD und Noten für alle, auch die transponierenden Instrumente. Es gibt auch Bände die sich nur mit bestimmten Themen beschäftigen: Skalen, modale Titel, einzelne Musiker, Dur und Moll usw.
  3. Alle Bände der Hal Leonard Serie, Playalongs mit CD und ebenfalls Noten für alle Instrumente. 
  4. Real Books. Fake Books usw.
  5. Bands: Frühzeitig mit anderen zusammen spielen und improvisieren.



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Stand: Oktober 2016

Weitere Infos sollen folgen.